Verschiedene Polsterarten und deren Eigenschaften
- Die legere Polsterung
- Die straffe Polsterung
- Holz – natürlich schön.
Zwischendurch ein Hinweis zu Massiv- und Sichtholzgestellen: Durch das Verleimen gemaserten Holzes können optische Farbschwankungen entstehen, was sich bei gebeizten und naturbelassenen Hölzern möglicherweise in deutlichen Farbunterschieden äußert. Auch kleine Äste dürfen, sofern sie die Stabilität nicht beeinträchtigen, verarbeitet werden. Aber: gerade diese Eigenschaften machen den Naturwerkstoff Holz so lebendig.
- Polsterabdeckungen mit Matten
bzw. Kammerkissen
Bei dieser hochwertigen Polsterabdeckung ermöglicht eine in sich bewegliche Mischung von losen Schaumstoffstäbchen und Federn die punktuelle Anpassung an den Körper. Eine eventuelle leichte Muldenbildung im Gebrauch ist ein Beweis für diese individuelle Anpassung und absolut normal.
Um dem Verschieben der Füllung entgegen zu wirken, werden die Matten bzw. Kissen in Kammern abgesteppt. Diese können sich – je nach Bezugsart – deutlich an der Oberfläche des Sitzmöbels abzeichnen.
Tipp: Bei Muldenbildung lässt sich durch regelmäßiges leichtes Aufklopfen der Kissen die ursprüngliche Form einfach wiederherstellen.
Nappa-Leder, naturbelassen (Anilinleder):
- Eigenschaften: Das edelste, hochwertigste und teuerste Leder. Warmer, weicher Griff, hohe Atmungsaktivität. Nimmt Körperwärme sehr schnell an. Natur pur. Besonders im Dicklederzustand.
- Empfindlichkeit: Empfindlich, anfälliger für Verschmutzungen, nimmt es trotzdem bei schneller Reinigung nicht tragisch.
- Achtung: Unbedingt vor direkter Sonne und Licht schützen, bleicht aus.
- Pflegeaufwand: Regelmäßig pflegen, bekommt seine typische optische „Lederpatina“
- Geeignet für: Hohe Ansprüche, etwas für Lederliebhaber jedoch mit allen Vor- und Nachteilendes hochwertigen Naturproduktes „Leder“, sorgsame Nutzung.
Nappa-Leder, leicht pigmentiert (Semianilinleder):
- Eigenschaften: Weniger atmungsaktiv im Vergleich zu naturbelassenem Leder. Erwärmt sich langsamer; je nach Qualität anschmiegsam und weich.
- Empfindlichkeit: Weniger empfindlich. Gute Lichtechtheitswerte.
- Pflegeaufwand: Relativ gering (feucht abwischen); je nach Nutzung etwa 1-3 mal pro Jahr pflegen.
- Geeignet für: Normale bis gehobene Ansprüche und trotzdem pflegfreundlich.
Nappa-Leder, Pigmentiertes Leder:
- Eigenschaften: Geringe Atmungsaktivität, erwärmt sich nur langsam, wirkt „kühl“; weniger anschmiegsam und weich.
- Empfindlichkeit: Weniger empfindlich.
- Pflegeaufwand: Gering (feucht abwischen); etwa 1-mal pro Jahr pflegen.
- Geeignet für: Eignet sich gut für intensiveren Gebrauch; bei sachgemäßer Nutzung robust und relativ unempfindlich. Jedoch auch nicht „Krallenfest“.
Rauleder/Nubuk:
- Eigenschaften: Weich, warm, anschmiegsam, nimmt Körperwärme sehr schnell an, gute Qualität. Textilartiger Griff und Oberfläche.
- Empfindlichkeit: Je nach Imprägnierungsgrad Verschmutzungsempfindlich, bleicht aus, kann im Laufe der Zeit und je nach Nutzungsintensität speckig werden (Typische Patina)
- Pflegeaufwand: Hoch, Regelmäßig pflegen (2-3-mal pro Jahr).
- Geeignet für: sehr sorgsame Nutzung, nicht geeignet für Haushalte mit Kindern oder Haustieren.
Spaltvelours
- Eigenschaften: Darf die Bezeichnung „echt Leder“ führen, weich, warm, atmungsaktiv. Preisgünstigste Rindleder Qualität.
- Empfindlichkeit: Je nach Imprägnierungsgrad Verschmutzungsempfindlich, bleicht aus. Kann im Laufe der Zeit und je nach Nutzungsintensität speckig werden (Typische Patina) geringere Reißfestigkeit.
- Pflegeaufwand: Hoch, regelmäßig (2-3-mal pro Jahr).
- Geeignet für: Sorgsame Nutzung. Eignet sich weniger für Gebrauchsflächen; wenn es auf Spannteilen und im Korpusbereich verwendet wird, muss es nach RAL GZ 430 als Spaltleder gekennzeichnet sein.
Gedecktes bzw. beschichtetes Spaltleder:
- Eigenschaften: Darf die Bezeichnung „echt Leder“ führen. Kaum atmungsaktiv, erwärmt sich nur langsam, wirkt kühl, weniger anschmiegsam und weich, Leder Einstiegsqualität. Nicht sehr reißfest.
- Empfindlichkeit: In pigmentierten Zustand relativ strapazierfähig. Geringer Komfort. Fester bis harter Griff.
- Pflegeaufwand: Gering (1-mal pro Jahr).
- Geeignet für: Eignet sich weiniger für Gebrauchsflächen; wenn es auf Spannteilen oder im Korpusbereich verwendet wird, muss es nach RAL GZ 430 als Spaltleder gekennzeichnet sein.
Blankleder:
- Eigenschaften: Je naturbelassener die Oberfläche, desto empfindlicher. Pigmentiert hat es eine gute Lichtbeständigkeit, erwärmt sich langsam, mittlere Atmungsaktivität. Fester Griff.
- Empfindlichkeit: Weniger empfindlich.
- Pflegeaufwand: Je nach Oberfläche, nicht sehr hoch.
- Geeignet für: Wird häufig als selbsttragendes Leder (ohne Polsterung) für Stuhl- und Sesselbespannungen eingesetzt.
Besonderer Hinweis: Bedenken Sie bitte immer, dass sich Leder als Naturprodukt durch Lichteinwirkung verändert, besonders durch direkte Sonneneinstrahlung, und es kann ausbleichen. Dauerhafte Nähe zu eingeschalteten Heizkörpern trocknen das Leder und es kann porös und brüchig werden. Leder braucht je nach Art und Qualität sowie Nutzungsgrad auf jeden Fall regelmäßige Reinigung und Pflege. Bei hartnäckigen Problemen fragen Sie bitte den Spezialisten.
- Microfaserstoffe
Microfaser besteht aus sehr feinen Kunstfasern und kann sowohl zu gewebtem oder gewirktem Stoff als auch zu Wirbelvliesen verarbeitet werden. Die Materialeigenschaften übertreffen Naturstoffe um Längen: Microfaserstoffe sind extrem strapazierfähig, hautsympathisch, licht- und farbecht, wasserunempfindlich, schmutzabweisend und schwer entflammbar. Sie bleiben lange Zeit unverändert attraktiv und sind ausgesprochen pflegeleicht. Evtl. auftretende Pillingbildung (Knötchenbildung) ist normal, genauso wie die Entwicklung einer leichten Patina. Pillslassen sich im Normalfall mit einem Fusselrasierer entfernen.
- Velours
Als Velours werden alle Stoffe bezeichnet, bei denen Flor (Natur- oder Chemiefasern) in das Grundgewebe eingewebt wird. Durch diese Fertigung sind Veloursstoffe sehr strapazierfähig und daher ideal für alle Möbel, die einer starken Nutzung ausgesetzt sind. Ein typisches Merkmal von Veloursstoffen ist das Changieren der Oberfläche: Je nach Lichteinfall kann die Farbe des Bezugsstoffs heller oder dunkler erscheinen und so den Eindruck von Farbunterschieden erwecken. Es handelt sich jedoch nur um unterschiedliche Reflektionen, die dem Möbelstück eine gewisse Wertigkeit geben. Durch Körperdruck, -feuchtigkeit und -wärme kann sich der Velours verändern – so genannte „Sitzspiegel˝ entstehen. Diese stellen jedoch keine Qualitätsminderung dar.
Gebrauchslüster – Sitzspiegel
Dieser Effekt entsteht bei allen Velours oder velourähnlichen Oberflächen, wie Teppichböden oder Textilien. Je höher der Flor aufsteht (kuschelig, weich), desto flacher legt er sich durch Körperdruck, Wärme und Sitzgewohnheiten. Je nach Lichteinfall oder Betrachtungswinkel changiert er dann im hell/dunkel bzw. matt/glänzend Effekt. Das ist kein Materialmangel, sondern eine warentypische Eigenschaft. Es hat auf Gebrauch, Nutzen, Funktion oder Lebensdauer des Bezuges keinen Einfluss.
- Kunstleder
Bei diesem lederähnlichen Gewebe handelt es sich um ein textiles Trägermaterial, z. B. Baumwolle oder Mischgewebe, dessen Oberfläche mit Polyurethan beschichtet ist. Kunstleder ist sehr anschmiegsam und angenehm weich im Griff. Die Oberfläche besitzt eine lederähnliche Struktur. Auch für Allergiker ist diese Bezugsart neben Leder gut geeignet, da sich kein Staub im Gewebe absetzen kann.
- Flockvelours
Flockvelours wird in einem elektrostatischen Verfahren durch das Aufbringen einer Polyamidfaser auf ein starkes Trägermaterial hergestellt. Flockware ist in vielen Farben erhältlich und durch ihre Gebrauchstüchtigkeit und Pflegeleichtigkeit ideal für Haushalte mit Kindern. Eventuell auftretende Flockverklebungen – punktuelle Faserverklebungen durch zuckerhaltige Lebensmittel o. ä. – können leicht mit einem feuchten Leder entfernt werden. Als warentypisch gelten die Entstehung von Sitzspiegeln und ein Changieren des Stoffes (siehe Velours).
- Mohair-Velours
Mohair ist ein klassisches Naturprodukt und besitzt als solches warentypische Eigenschaften, z. B. schwarze oder graue Haare. Diese Haare in einem Mohair-Velours haben sich bereits vor dem Färbevorgang auf natürliche Weise verändert und können nicht eingefärbt werden. Sie geben dem Möbelstück einen individuellen Charakter. Qualität und Haltbarkeit des Stoffes werden hierdurch jedoch nicht beeinträchtigt.
- Flachgewebe
Überkreuzen sich in einem Gewebe zwei Fadengruppen rechtwinklig, spricht man von Flachgeweben. Durch das Zwirbeln loser Faserteilchen oder durch Fremdfasern können sich Pills auf der Oberfläche bilden, die mit einem Fuselrasierer leicht zu entfernen sind. Bedruckte Flachgewebe können mit der Zeit verblassen. Gewebe mit hohem Naturfaseranteil sollten nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.
- Chenille-Flachgewebe
Hier wird Chenille-Garn in den Stoff eingewebt. Je weicher der Chenille, desto weniger fest sind die Fasern verwebt und desto weniger strapazierfähig ist das Material. So genannte „Sitzspiegel” gelten als normale Gebrauchserscheinungen, ebenso wie ein leichter Verlust von Florfäden auf den genutzten Flächen.
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